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Julia und die Hunde

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American Cocker Spaniel 

Der Hund, dessen Charme Amerika erlag 

Nicht erst, seit Walt Disney ihn als Filmstar „Susie“ unsterblich machte, ist der American Cocker an der Spitze der amerikanischen Hunde-Hitparade. Dieser noch junge Verwandte des Englischen Cockers vereint in sich alles, wovon Hundefreunde träumen: Schönheit, handliche Größe, Intelligenz, Anpassungsfähigkeit, Charme und Charakter.

Wer in Amerika etwas auf sich hält, der hat Vorfahren, die mit den Pilgervätern ins Land kamen. Wer solchen Stammbaum vorweisen kann, ist in den USA von „altem Adel“. Kein Wunder also, daß auch vom Cocker Spaniel erzählt wird, daß der erste seiner Art schon im Jahre 1620 mit einem Schiff von England kam. Die Geschichte des American Cocker begann zwar erst nach der Gründung des amerikanischen Spaniel Klubs (American Spaniel Club, Inc.) im Jahre 1881, und niemand weiß, was in den 260 Jahren dazwischen war, aber das interessiert auch weiter niemanden. Die Amerikaner lieben ihren Spaniel. Sie lieben ihn so sehr, daß er für  sie einfach nur der „Cocker Spaniel“ ist und sein Vetter aus der alten Welt als „Englischer Cocker Spaniel“ bezeichnet wird. Das kann schon zu Verwirrungen führen, denn die Europäer behaupten gleich stur, daß ihr Cocker Spaniel der richtige ist, und die US-Züchtung eben der „American Cocker“. 

Ein Stammvater für zwei Rassen 

Im Juni 1879 wurde in England der schwarze Champion „Obo“ geboren, Sohn eines Sussex Spaniel Rüden und einer Field Spaniel Hündin. Aber nach den damaligen Regeln konnte er ins Zuchtbuch als Cocker Spaniel eingetragen werden. „Obo“ wurde der Top-Champion und begehrteste Zuchtrüde seiner Zeit und so prägte er zwei Rassen: den Englischen Cocker und den American Cocker. Er selbst kam nie nach Amerika, aber eine Hündin namens „Cloe II“ wurde von ihm tragend nach Amerika exportiert. Ihr Sohn aus diesem Wurf erhielt den Namen „Obo II“. Er war nicht ohne Fehler, wie die Beschreibungen von Zeitzeugen deutliche machen, trotzdem wurde er als „Prinz“ unter den Zuchtrüden angesehen und eingesetzt. Bis zum Jahr 1920 gab es in den Vereinigten Staaten kaum noch einen Cocker, der kein Blut von „Obo II“ in seinen Adern hatte.

Trotzdem bildeten sich langsam zwei Varianten des Cockers heraus, denen sogar der American Kennel Club (AKC) bei seinen Ausstellungen Rechnung trug. Es gab über Jahre erbitterte Diskussionen in der Fachwelt, wie der „ideale Cocker“ auszusehen hatte. Die einen Züchter hielten am englischen Typ fest, die anderen entwickelten langsam einen neuen Hund: kleiner, kompakter, mit runderem Kopf und kürzerem Fang, hochläufig und  üppiger im Fell. In den 30er Jahren war der American Cocker im Prinzip schon fertig als eigenständige Rasse entwickelt, aber erst 1946 wurde der American Cocker vom American Kennel Club (AKC) als eigenständige Rasse anerkannt. Zu diesem Zeitpunkt war der American Cocker bereits die beliebteste Hunderasse der Vereinigten Staaten, und er blieb es mit kleinen Unterbrechungen bis heute. 

Der „Ami“ mit großen Augen und seidigem Fell 

Der American Cocker, kurz auch „Ami“ genannt, ist eine kleine Kostbarkeit. Er ist einer der auffälligsten und schönsten aller Hunderassen. Sein wunderschöner Kopf, seine ansprechenden Augen und sein reiches und üppiges Haarkleid lassen ihn überall auffallen. Die kraftvolle, raumgreifende Bewegung des Hundes zeigen sein sportliches und freundliches Wesen. Der „Ami“ ist fröhlich, verschmust, immer unterordnungsbereit und treu. Aggressivität und Falschheit treten bei ihm extrem selten auf. Durch sein liebenswertes Wesen ist er deshalb als Familienhund ganz besonders geeignet.

Von handlicher Größe, intelligent und von schneller Lernfähigkeit ist der „Ami“ für das Leben in der Stadt wie auf dem Lande geeignet. Als Jagdhund ist er bewegungsfreudig, er liebt aber auch die Bequemlichkeit eines Familienlebens zu Hause.

Als Familien- und Begleithund hat der „Ami“ viele Anhänger. Glücklicherweise ist der „Ami“ keine der vorwiegend kommerziell gezüchteten Rassen, aber unter den Kennern der Rasse weckt er eine ganz spezielle Loyalität und Liebe. Der „Ami“ ist eine echte Hundepersönlichkeit.

Mit seinem üppigen Haarkleid bietet der „Ami“ das Bild eines zu groß geratenem Schoßhündchens. Aber dieses Aussehen täuscht. Er ist immer noch ein echter Spaniel und guter Jagdhund, wenn auch nicht ganz so passioniert wie sein europäischer Vetter, der Englische Cocker. Dem “Ami“ macht die Jagd Spaß, aber er dreht nicht durch, wenn er beim Spaziergang zufällig Wild aufstöbert. Man muß bei ihm nicht ständig Angst haben, daß er nicht hört und „auf und davon“ ist, bevor man ihn an die Leine nehmen kann. Der „Ami“ ist deutlich gehorsamer, anhänglicher und menschenbezogener. Er genießt lange Spaziergänge auf dem Lande, paßt sich andererseits jedoch problemlos ins Stadtleben ein. Für ihn ist seine Familie sein ein und alles, der er seine ganze Liebe und Loyalität schenkt  - was nicht heißt, daß nicht auch Fremde schwanzwedelnd begrüßt werden. Ein aggressiver Wachhund ist der „Ami“ nicht. Schon gar nicht ist er ein Hund für den Zwinger! Dafür ist er aber ein wunderbarer Spielgefährte für Kinder, einer, der es mag, mit ihnen zu toben, zu knuddeln und zu schmusen.

Seine Intelligenz und sein unkompliziertes, fröhliches Wesen machen ihn zu einem hervorragenden Anfängerhund. Da für seine Erziehung keine eiserne Disziplin gebraucht wird, ist es nicht so folgenschwer, wenn Herrchen oder Frauchen seinem Charme und seinen sanften, flehenden Kulleraugen nicht widerstehen kann

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